Forum Johanneum

An unserer Schule werden unter dem Titel "Forum Johanneum" im Laufe des Schuljahres abwechslungsreiche Vorträge und Lesungen zu vielfältigen Themen gehalten. Die Veranstaltungen sind öffentlich und bedürfen i.d.R. nicht der Anmeldung. Details zu den kommenden Terminen finden Sie auf der rechten Seite, die Berichterstattung über die Veranstaltungen können Sie unten verfolgen.

Prof. Dr. von Stutterheim im Forum Johanneum über das Verhältnis von Sprache und Denken
Weiterlesen ...

Beim Tatort 'Sprache', den es am 14. Februar in unserer Bibliothek zu erleben gab, waren auch unsere Quoten gut. Als Prof. Dr. Christiane von Stutterheim, Psycholinguistin der Universität Heidelberg, ihre Ergebnisse sprachvergleichender experimenteller Untersuchungen zum Verhältnis von Sprache und Kognition vorstellte, war unser Forum Johanneum nicht nur voll, sondern 'voll' gebannt und begeistert. Vor allem die zahlreichen Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 8, 11 und 12, die unter den Zuhörern und -schauern waren, staunten, wie spannend Sprachwissenschaft sein kann und welche wesentlichen Fragen sie zu beantworten versucht: Wie tiefgreifend prägt die Sprache unsere Denkmuster? Können wir mit dem Erwerb anderer Sprachen neue kognitive Muster aufnehmen? Wie eng hängen Sprache und Kultur zusammen? Fasziniert verfolgte das Publikum den Krimi: Wessen Blick richtet sich ,verdächtig' oft auf die kritische Region? Ausgang der aufregenden Ermittlungen: Alle tun es, alle sind die Täter - außer einer ...

Dr. M. Flecker über die 'Munera gladiatoria' im Forum Johanneum
Weiterlesen ...

Zwei Gladiatoren haben gekämpft, einer liegt besiegt im Sand, der andere blickt fragend ins Publikum: Reckt die Masse den Daumen hoch? Oder runter? Berühmte Historienbilder wie „Pollice verso“ oder Filme wie „Gladiator“ haben dafür gesorgt, dass wir heute so sicher zu wissen glauben, mit welchen Gesten die Menschen in der Antike das Ende eines Zweikampfs besiegelten. Aber die Wahrheit scheint anders zu sein, wie Dr. Manuel Flecker, Kustos der Antikensammlung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, bei seinem Vortrag „Munera gladiatoria“ am 24. Januar im Forum Johanneum anschaulich belegte. Der Archäologe ließ die Steine sprechen – und zwar eine winzige antike Gemme ebenso wie einen Fries an einem imposanten römischen Grabmal im italienischen Chieti. Auf beiden zeitgenössischen Darstellungen lässt sich kein Beweis für den hochgereckten Daumen zur Begnadigung finden, eher sehen die Hände der dargestellten Figuren kugelfömig aus. Für Flecker ein Indiz dafür, dass die Begnadigungsgeste eher ein in der Handfläche verborgener oder auf die geballte Faust aufgelegter Daumen gewesen sein muss, so wie unser heutiges Daumendrücken, wenn wir jemandem Glück wünschen. Mit vielen weiteren detailreichen Zeugnissen eröffnete Flecker dem Publikum in der Bibliotheca Johannei die antike Welt der Gladiatur.

Veranstaltung im Forum Johanneum am Donnerstag, dem 1. Juni 2017
Weiterlesen ...

Zwei Tage lang hatte er die Seele des Instruments erforscht: so viel Zeit hatte Dr. Rainer Schöneich sich gelassen, um die Beckerath-Orgel des Johanneums kennenzulernen und sie zu verstehen, um dann mit Hilfe der Tasten und der Pfeifen zu den Zuhörern sprechen zu können. Denn darum ging es an dem Abend: Um das Sprechen durch die Musik, um die Rhetorik in der Musik.

Weiterlesen ...

"Der getreue Music-Meister", Telemanns ab 1728 in Hamburg publizierte Zeitschrift für das häusliche Musizieren, belohnte seinen treuen Leser mit Arien bejubelter Gänsemarkt-Opern, mit Fantasien und Cantaten, ja mit ganzen Suiten zum Bestseller "Gullivers Reisen", aber eben nur den treuen ... Denn Telemann machte sich in unnachahmlicher Weise das Fortsetzungsprinzip als Marketing-Strategie für seinen Hamburger Noten-Verlag zunutze. Er war, wie Professor Bernhard Jahn, Germanist und Musikwissenschaftler der Universität Hamburg, am 8. Juni im Forum Johanneum vorstellte, ein Meister im Einsatz des Cliffhangers.