Ein Erfahrungsbericht von Carla, Hugo und Viktoria (S1)

Im Rahmen des A-Chors haben wir an dem Festgottesdienst für 300 Jahre Telemann in Hamburg am 19. September teilgenommen. Wir haben bereits in Homeschooling-Zeiten mit etwas holprigen Proben zu Telemanns „Kantate am 3. Sonntag nach Trinitatis“ begonnen. Nach den Sommerferien wurden diese aber zurück in die Aula verlegt. Unsere Motivation und die Probezeiten waren dieselben, die Abstände aber waren neu. Wie zu erwarten, war aller Anfang schwer, da die meisten nicht mehr im Training waren und auch nur in begrenzter Anzahl für den Auftritt geprobt wurde. Für dieses freiwillige Projekt waren wir am Ende also nur etwa 30 statt 60 Personen. Die Herausforderung wurde umso größer durch die verkürzte Probenzeit - normalerweise haben wir in Vollbesetzung doppelt so viel Zeit.

Dementsprechend erschreckend war die Herausforderung, in so einer kurzen Zeit ein solches Werk einzustudieren, wofür wir normalerweise in Vollbesetzung bis zu doppelt so viel Zeit gehabt hätten. Die ersten Proben vergingen und die ersten Passagen wurden hörbarer. Leider hat sich ein wenig Erleichterung freigesetzt, als wir die Nachricht durch Herrn Willenbrock erhalten haben, dass wir den erfahrenen St. Petri-Chor zur Unterstützung bekommen. Der Termin rückte also immer näher, und wir wurden immer unsicherer, wie das alles am Stück zu schaffen sein sollte. Bei der letzten regulären Chorprobe am Freitag, dem 17. September, kam dann Frau Anke Dennert von der Hamburger Ratsmusik, um mit Herrn Willenbrock und unserem A-Chor unsere Sätze einmal mit Übergängen und Einsätzen zu proben. Diese Probe war - gelinde gesagt - ziemlich peinlich, weil so gut wie nichts geklappt hat. Auch dadurch wurde am Ende der Probe der Ton mal ein wenig lauter, was allerdings auch dringend nötig war.

Am nächsten Morgen fand die Generalprobe statt. Dort gab es eine erschreckende Nachricht: Der uns unterstützende Bachchor unter Leitung von Herrn Thomas Dahl bestand zwar aus einem großen Sopran und Alt, die Männerstimmen dagegen aus 3 Bässen und 5 Tenören. Was für uns Mädchen also viel Sicherheit bedeutete, führte bei den Jungen zum genauen Gegenteil. Durch diese Ankündigung und die strikt durchgestalteten Proben am Samstagmorgen wurden neben uns nun auch das Orchester und der St. Petri-Chor nervös. Trotzdem kamen, wie immer, die richtigen beschwichtigenden Worte von Herrn Willenbrock und ein Zuspruch für den nächsten Morgen.

Am Konzertmorgen kamen wir also alle unterschiedlich pünktlich, aber dafür schön festlich gekleidet um 8:45 Uhr an, um uns einzusingen und die größten Baustellen noch ein letztes Mal zusammen mit Herrn Dahl und dem Orchester durchzugehen. Wider Erwarten klang diese Probe wie von einem anderen Chor gesungen. Nach langem Einsingen und den richtigen Tipps hörten sich unsere drei Stücke richtig gut an. Um 10:00 Uhr, zu Konzertbeginn, ging der Chor dann nach kurzer Pause auf der Empore in die Nähe des Altares auf die Chorplätze, wo wir nicht nur gebannt auf unseren eigenen Auftritt warteten, sondern auch der Uraufführung von Herrn Steinkes neuem Werk „Masante“ lauschten. Für uns war das ein ganz besonderes Erlebnis, denn alle hörten die Uraufführung eines Stückes von einem Lehrer unserer Schule! Außerdem war es für die meisten das erste Mal, eine Uraufführung zu hören, und die Kirche machte diesen Anlass umso feierlicher.

So ging nach 2 Stunden einer der wahrscheinlich schönsten Gottesdienste der letzten Jahre in der St. Petri-Kirche zu Ende, so haben zumindest wir es in Euphorie unserer gut gelungenen Stücke wahrgenommen. Mit genug Proben, Stress und am Ende Mut zum lauten Singen haben wir als A-Chor also doch noch ein ansehnliches Konzert auf die Beine gestellt.

Ein ganz großes Dankeschön auch nochmals an die St. Petri Kirche inklusive Chor, Orchester und alle Mitwirkenden und an unseren Chorleiter Herrn Willenbrock, der uns am Ende zu einem richtig schönen Konzert verholfen hat!