Projekt 'Fluchtpunkt Hamburg'

Das Projekt 'Fluchtpunkt Hamburg' behandelte ein hoch aktuelles Thema, das unsere Gesellschaft spaltet. Für die beiden Leiterinnen, Frau Lievenbrück und Frau Winkler, ist das Projekt eine Herzensangelegenheit. Laut ihnen ist es gerade im Stadtteil Winterhude, in dem die Mehrzahl der Johanniter aufgewachsen ist, wichtig, einheimische und geflüchtete Menschen in Kontakt zu bringen, da dieser dort relativ selten stattfinde. Das Ziel des Projektes war, Begegnungen mit geflüchteten Menschen zu schaffen, Informationen über Fluchtursachen zu liefern und Vorurteile zu hinterfragen. Des Weiteren sollte ein Perspektivwechsel stattfinden, der Anregungen zur Mithilfe in Flüchtlingsinitiativen liefern soll. Ich von der Redaktion 'Projektwoche' habe die Projektgruppe besucht ...

In der Projektwoche war die Hilfsorganisation 'Plan international' zu Besuch und ermöglichte ersten Kontakt mit Zufluchtsuchenden. Fünf geflüchtete Frauen besuchten die Schule und erzählten den Schülern ihre Geschichte der Flucht. Die Integration und die Problematik mit der deutschen Sprache wurden ebenfalls thematisiert. Die Projektgruppe besuchte außerdem eine Lesung des Jugendromans 'Es war einmal Aleppo', dessen Autorin selbst in einer Unterkunft für Zufluchtsuchende ehrenamtlich gearbeitet und eigene Erfahrungen mit in das Buch einbezogen hat.
Aber wie kann ein Schüler direkt Flüchtlingen helfen? Laut den beiden Lehrerinnen, die das Projekt leiteten, sind eine offene Einstellung und Mut wichtig. Mit Offenheit und Empathie kann man Zufluchtsuchenden auch schon auf der Straße helfen, falls sie Schwierigkeiten haben, sich zurechtzufinden. Helfen kann man auch als junger Mensch bei sozialen Engagements. In Hamburg gibt es mehrere professionelle Hilfsorganisationen für geflüchtete Menschen, in denen man Mitglied werden und direkt helfen kann. So besuchte die Gruppe am Donnerstag das Sprachlotsenprojekt des im Oktober 2015 gegründeten Vereins 'Hamburger mit Herz e.V.'. Der Verein unterhält ein Netzwerk weit in die Hamburger Gesellschaft. Aufgrund der Beziehungen unter anderem auch in die eritreische Community wurde der freiwillige Sprachkurs daher an diesem Tag größtenteils von aus Eritrea stammenden Menschen besucht.
An jeweils einem Tisch bearbeiteten drei gemischte Gruppen unter Führung eines Leiters unterschiedliche Themen und lernten entspannt, aber zielorientiert die Sprache Deutsch. Besonders auffällig war die entspannte und offene Stimmung innerhalb des Raums. Auch in der Pause kamen unsere Schüler mit den geflüchteten Menschen ins Gespräch. Bei Kaffee und Brot variierten die Gesprächsthemen von Auslandsaufenthalten der Schüler bis zu den politischen Ansichten der Erwachsenen. Dieser Besuch hat verdeutlicht, dass die Begegnung mit geflüchteten Menschen und der Kontakt mit einer fremden Kultur etwas Schönes sind. Es ist wichtig für unsere Gesellschaft, sich für diese Menschen zu engagieren. Verdeutlicht wurde dies durch die Antwort eines ehrenamtlichen Lehrers auf meine Frage, was ihm den Anstoß zu seinem Engagement gegeben hatte: „Es gab keinen Anstoß“, antwortete er. „Ich habe gesehen, da brauchen Menschen Hilfe, da bin ich hergekommen und habe geholfen.“

 

PW_18_Fluchtpunkt
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