Die 10c am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY)

Nachdem wir uns am 9. November um 8:45 Uhr am DESY eingefunden hatten, begannen wir nach einer kurzen Sicherheitseinführung schon mit den Experimenten. Das erste Experiment, welches wir machen sollten, behandelte die Radioaktivität, welche immer in der Luft existiert. Diese entsteht durch das Gas Radon, welches in unserer Atemluft natürlich vorhanden ist. Dieses radioaktive Grundrauschen, welches man bei radioaktiven Messungen immer heraus rechnen muss, fanden wir mit dem Versuchsaufbau aus Bild 1 heraus. Das zweite Experiment, welches wir durchgeführt haben, behandelte die Radioaktivität von Salzen. Hierbei haben wir vier verschiedene Stoffe verglichen und herausgefunden, dass Diätsalz aufgrund des enthaltenen Kaliumchlorids radioaktiv strahlt. Für den Körper ist das zum Glück vollkommen ungefährlich.

Nach einer kurzen Pause stiegen wir in eine Partnerarbeit ein, welche in fünf verschiedene Experimente aufgeteilt war. Hierbei hat unsere Gruppe versucht, die Halbwertszeit von Palladium zu bestimmen. Die Halbwertszeit ist die Zeit, nach der die Hälfte der Atomkerne zerfallen ist. Um dies zu bestimmen, haben wir sieben Minuten die radioaktiven Impulse von Palladium gemessen und dann die Werte in ein Diagramm eingetragen. So konnten wir sehr leicht die Halbwertszeit ablesen. Wir kamen auf eine Zeit von 80 Sekunden also 1:20 Minuten. Dieses Ergebnis stimmt mit der durchschnittlichen Halbwertszeit von Palladium überein.

Nach einer Mittagspause in der Kantine des DESY wurde uns erklärt, was das DESY jetzt eigentlich macht. Hier haben wir gelernt, dass es auf dem Gelände des DESY verschiedene Teilchenbeschleuniger gibt. Deren Aufgabe ist es Teilchen nahezu auf Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen und dann aufeinandertreffen zu lassen. Anschließend werden die Partikel gemessen, die bei dieser Kollision entstehen. Außerdem steht auf dem Gelände des DESY neuerdings der European XFEL, von dem Sie bestimmt in den Nachrichten gelesen haben. Dieser soll dafür genutzt werden, Details von Viren zu erkennen, chemische Reaktionen zu filmen und Vorgänge, die im Inneren der Erde passieren, zu analysieren. Nach diesem sehr interessanten Vortrag haben alle Gruppen ihre Ergebnisse vorgestellt. Zum Schluss konnten wir uns eine Nebelkammer ansehen. In dieser kann man radioaktive Strahlung sichtbar machen (Bild 2).

Bild 1: Versuchsaufbau zur Bestimmung der Grundradioaktivität (1: Geiger-Zähler, 2: Messgerät)
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Bild 2: In dieser Nebelkammer wird ein Gas durch radioaktive Strahlung flüssig, deshalb kann man die Radioaktivität sehen.
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