Schach am Johanneum

„Wir haben gewonnen! Können wir die Partie nachspielen!?" Begeistert kommen mehrere Fünftklässler aus dem Nebenraum heraus. Sie haben ihren ersten Mannschaftskampf gespielt, gleich gewonnen und wollen sich ihre Partie noch mal ansehen.

Denn bei einer richtigen Turnierschachpartie wird ja schließlich mitgeschrieben. Die Zielfelder der Figuren werden notiert. Und so kann man den Verlauf der Partie anschließend mit dem Gegner oder dem Trainer im selbst gewählten Tempo nachspielen und analysieren, kann sich mit den eigenen Gedanken noch einmal auseinandersetzen („Da wollte ich ihn angreifen ..." ), gegenseitige Fehler begreifen („Springer nach f5 war nicht gut, da hab ich mich wohl verrechnet, aber er hat's ja nicht gesehen") und die Partie noch mal erleben („... und dann hab ich auf f7 mattgesetzt!")

Seit 1958 wird am Johanneum Schach gespielt. Damals wurde der Schachklub Johanneum Alstertal gegründet – kurz SKJA. Das große A entstammt einer Kooperation mit der Schachgruppe am Gymnasium Alstertal. Seit jener Zeit gibt es die enge Verbundenheit von Schach als AG an der Schule und als Sport im Verein, die sich bis in die Gegenwart bewährt hat. 1972 benannte sich der Verein von SKJA in SKJE um. Denn es wurde eine Kooperation mit der Schachgruppe am Gymnasium Eppendorf eröffnet. Diese bestand zwar nur für einige Jahre, das E blieb aber als Buchstabe in unserem Vereinsnamen bis heute bestehen. Gute Aufbauarbeit gelang uns dann seit 1989: Wir richteten wieder jedes Jahr Anfängerlehrgänge aus und wuchsen.

Heute besteht die Schachgemeinschaft aus 30-40 Schülern. Wir führen 5 Trainingsgruppen, die unter meiner Koordination vorwiegend von älteren Schülern geleitet werden, und haben drei Schulmannschaften. Der Verein SKJE ist mit ca. 130 Mitgliedern – darunter zahlreiche gegenwärtige und ehemalige Johanniter – der zweitgrößte Schachverein Hamburgs, und wir arbeiten mit den Schachgruppen am Gymnasium Heidberg und am Heilwig-Gymnasium zusammen. An so einem Freitagsspieltag ist immer eine Menge los: Vom Anfänger-Unterricht bis zum Spitzentraining, von der lustigen freien Partie bis hin zum mehrere Stunden währenden Kampf der Köpfe, von Planungssitzungen bis zu zahlreichen geselligen Runden.

Der Schachnachmittag der SG Johanneum geht dann in den Spielabend des SKJE über, bei dem gegenwärtige und ehemalige Johanniter einander begegnen, trainieren und miteinander in einem Team gegen andere Vereine am Brett antreten. Neben den Schulwettkämpfen und Meisterschaften ist natürlich die Teilnahme an der größten Hamburger Schachveranstaltung „Linkes gegen Rechtes Alsterufer" im Februar eines jeden Jahres ein bedeutender Termin. Höhepunktes eines Schachjahres sind auch Wochenendfahrten sowie unsere jährliche Schachreise in den Herbstferien zusammen mit den Jugendlichen aus den anderen Schulschachgruppen, die unter dem Dach des SKJE vereint sind.

All die Turnier-, Reise- und Erlebnisberichte, Tabellen und wichtige Partien aus den vielen Jahren sind zum großen Teil auch der Nachwelt erhalten geblieben. Denn die SG Johanneum hat mit dem SKJE auch eine eigene Schachzeitung: Damals, in den Sechziger Jahren hieß sie „j'adoube" und seit 1972 berichtet der „Ptolemäus" über das Geschehen rund um die 64 Felder. Auch im Internet findet sich unter www.skje.de viel Aktuelles rund um die Schachgemeinschaft am Johanneum.