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Johannes Prassek (abit. 1931) war als begabter, mitreißender Prediger bekannt. In Soldaten- und Jugendgruppen kritisierte er offen die Erschießung von Gefangenen und Juden. Im Juni 1943 wurde er vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt.

Johannes Prassek (abit. 1931) wurde 1937 zum Priester geweiht, er war als Kaplan zusammen mit Eduard Müller und Hermann Lange an der Herz-Jesu-Kirche in Lübeck eingesetzt. Er war als begabter, mitreißender Prediger und als politisch denkender Intellektueller bekannt. In Soldaten- und Jugendgruppen kritisierte er offen die Erschießung von Gefangenen und Juden. Um polnischen Zwangsarbeitern helfen zu können, lernte er Polnisch. Zusammen mit seinen Kollegen vervielfältigte und verteilte Prassek Predigten des Bischofs von Münster, Graf von Galen, in denen der sich gegen die Vernichtung psychisch und physisch Kranker durch die Nationalsozialisten wandte. Auf Gruppenabenden in der Herz-Jesu-Kirche war offen über die Sinnlosigkeit des Krieges diskutiert worden.

Nach der Verhaftung des evangelischen Lübecker Pfarrers Karl Friedrich Stellbrink wurden auch die drei katholischen Geistlichen und weitere 18 Laien verhaftet und im Juni 1943 vom eigens aus Berlin angereisten Volksgerichtshof wegen "landesverräterischer Feindbegünstigung", "Wehrkraftzersetzung", "Vergehen gegen das Rundfunkgesetz" und das "Heimtückegesetz" zum Tode verurteilt und im Gefängnis von Hamburg-Hohenglacis mit dem Fallbeil zusammen hingerichtet; die Laien bekamen Zuchthausstrafen.

Am 1. Juli 2010 gab der Vatikan bekannt, dass das 2004 eingeleitete Seligsprechungsverfahren abgeschlossen sei. Der feierliche Akt der Seligsprechung wird am 25. Juni 2011 vor der Herz-Jesu-Kirche in Lübeck stattfinden.

Quellen:

www.heiligenlexikon.de/start.html?BiographienJ/Johannes_Prassek.html

de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Prassek

www.erzbistum-hamburg.de/ebhh/Lueb_maertyrer/lueb_maert_index.php